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Typische Energiekosten im Restaurant

Kurz erklärt: Energiekosten sind ein großer Posten im Restaurant-Budget. Aber was ist normal? Diesen Seite gibt Ihnen Benchmarks für Strom, Gas und Wasser. So erkennen Sie, ob Ihre Kosten hoch oder niedrig sind – und können Verbesserungen planen.

Warum ist das in der Gastronomie wichtig?

Viele Gastronomen zahlen einfach ihre Rechnungen, ohne zu wissen, ob die Kosten normal sind. Das ist ein Problem: Ohne Vergleichswert können Sie nicht erkennen, ob Sie zu viel zahlen.

Ein Restaurant mit 50 Plätzen und 400m² Fläche sollte etwa 30.000-40.000 kWh Strom pro Jahr verbrauchen. Ein Café mit 30m² sollte nur 5.000-8.000 kWh verbrauchen. Die Unterschiede sind groß.

Mit Benchmark-Daten können Sie:

  • Ihren eigenen Verbrauch beurteilen
  • Potentiale für Einsparungen identifizieren
  • Investitionen besser bewerten (lohnt sich eine neue Lüftung?)
  • Preisverhandlungen führen (mit Referenzwerten)
  • Vergleiche mit Konkurrenten anstellen

Diese Seite gibt Ihnen aktuelle Benchmarks für verschiedene Restaurant-Typen.

Typische Fehler in Restaurants

Keine Vergleichswerte haben

Wer nicht weiß, was normal ist, kann nicht erkennen, wenn etwas teuer ist. Benchmark-Daten sind notwendig, um gute Entscheidungen zu treffen.

Falsche Tarifklasse

Manche Restaurants werden in die falsche Tarifklasse eingeteilt. Zum Beispiel: Ein kleines Bistro wird wie ein großes Restaurant abgerechnet. Benchmark-Verbrauch hilft, das zu erkennen.

Energieeffizienz nicht bewerten

Ist Ihr Restaurant energieeffizient? Das können Sie nur beurteilen, wenn Sie Benchmarks haben. Der eigene Verbrauch allein sagt nichts.

Jahreszeit nicht berücksichtigen

Im Winter sind Heizkosten höher, im Sommer Klimatisierung. Benchmarks müssen saisonale Unterschiede berücksichtigen. Ein Sommermonat ist nicht mit dem Winter vergleichbar.

Investitionsentscheidungen ohne Basis

Sollten Sie in neue Lüftung investieren? Das lässt sich nur bewerten, wenn Sie wissen, wie viel Energie die aktuelle Lüftung verbraucht und wie viel Normal ist.

Wasser nicht monitoren

Wasser ist oft der dritte Energiekostenblock (nach Strom und Gas). Viele Restaurants haben keine Wasserverbräuche-Benchmarks. Das ist ein Problem.

Unser Tipp für Gastronomen

Benchmark nach Betriebstyp wählen: Restaurant? Café? Imbiss? Jeder Typ hat andere Verbräuche. Wählen Sie den Benchmark, der Ihrem Restaurant ähnelt.

Monatliche Verbräuche tracken: Schreiben Sie jeden Monat die Zählerstände auf (Strom, Gas, Wasser). So sehen Sie Trends und Anomalien.

Vergleich mit ähnlichen Betrieben: Fragen Sie andere Restaurants nach ihren Kosten. Was zahlen sie für Strom? Ist das höher oder niedriger als Sie?

Saisonalität verstehen: Winter-Kosten sind höher (Heizen). Sommer-Kosten auch (Klimatisierung). Vergleichen Sie Monat mit Monat des Vorjahres, nicht Wintersommer.

Kostentrends sichtbar machen: Nutzen Sie ein einfaches Excel oder eine App, um monatliche Kosten zu tracken. So erkennen Sie, ob die Kosten steigen und wann.

Energieaudit durchführen: Ein Energieaudit zeigt konkrete Benchmarks für Ihren Betrieb. BAFA und KfW fördern solche Audits für Gastronomen.

Ziele setzen: Wollen Sie Strom sparen? Um 10%? Um 20%? Mit Benchmarks können Sie realistische Ziele setzen und den Fortschritt tracken.

Benchmark-Daten für verschiedene Restaurant-Typen

Traditionelles Restaurant (50 Plätze, 400m²)

Stromverbrauch: 30.000-40.000 kWh/Jahr (75-100 kWh/m²/Jahr)

Stromkosten: 9.000-14.000 Euro/Jahr (bei 30 Cent/kWh)

Gasverbrauch: 20.000-30.000 kWh/Jahr (50-75 kWh/m²/Jahr)

Gaskosten: 2.000-3.500 Euro/Jahr (bei 10 Cent/kWh)

Wasserverbrauch: 200-400 m³/Jahr (0,5-1,0 m³/m²/Jahr)

Wasserkosten: 800-1.600 Euro/Jahr (bei 4 Euro/m³)

Gesamtbudget Energie: 11.800-19.100 Euro/Jahr

Café (20 Plätze, 80m²)

Stromverbrauch: 5.000-8.000 kWh/Jahr (60-100 kWh/m²/Jahr)

Stromkosten: 1.500-2.400 Euro/Jahr (bei 30 Cent/kWh)

Gasverbrauch: 0-5.000 kWh/Jahr (je nach Ausstattung)

Gaskosten: 0-500 Euro/Jahr (bei 10 Cent/kWh)

Wasserverbrauch: 30-60 m³/Jahr (0,4-0,75 m³/m²/Jahr)

Wasserkosten: 120-240 Euro/Jahr (bei 4 Euro/m³)

Gesamtbudget Energie: 1.620-3.140 Euro/Jahr

Fast-Casual / Imbiss (30 Plätze, 150m²)

Stromverbrauch: 15.000-25.000 kWh/Jahr (100-167 kWh/m²/Jahr)

Stromkosten: 4.500-7.500 Euro/Jahr (bei 30 Cent/kWh)

Gasverbrauch: 10.000-15.000 kWh/Jahr (67-100 kWh/m²/Jahr)

Gaskosten: 1.000-1.500 Euro/Jahr (bei 10 Cent/kWh)

Wasserverbrauch: 80-150 m³/Jahr (0,5-1,0 m³/m²/Jahr)

Wasserkosten: 320-600 Euro/Jahr (bei 4 Euro/m³)

Gesamtbudget Energie: 5.820-9.600 Euro/Jahr

Fine Dining (40 Plätze, 350m²)

Stromverbrauch: 35.000-50.000 kWh/Jahr (100-143 kWh/m²/Jahr)

Stromkosten: 10.500-15.000 Euro/Jahr (bei 30 Cent/kWh)

Gasverbrauch: 25.000-35.000 kWh/Jahr (71-100 kWh/m²/Jahr)

Gaskosten: 2.500-3.500 Euro/Jahr (bei 10 Cent/kWh)

Wasserverbrauch: 150-300 m³/Jahr (0,4-0,85 m³/m²/Jahr)

Wasserkosten: 600-1.200 Euro/Jahr (bei 4 Euro/m³)

Gesamtbudget Energie: 13.600-19.700 Euro/Jahr

Wichtige Hinweise zu Benchmarks:

  • Saisonalität: Diese sind Jahreswerte. Einzelne Monate können deutlich abweichen.
  • Ausstattung: Moderne Geräte verbrauchen weniger. Alte Geräte verbrauchen mehr.
  • Nutzungsintensität: Restaurants, die lange offen sind, verbrauchen mehr.
  • Regionale Unterschiede: Preise für Strom und Gas variieren je nach Region.
  • Individuelle Unterschiede: Jeder Betrieb ist unterschiedlich. Benchmarks sind Orientierungen, keine Regeln.

gastroenergie stellt Informationen rund um Strom- und Gasversorgung in der Gastronomie in Deutschland bereit und unterstützt Betriebe bei der Einordnung ihrer Möglichkeiten.