Energie bei Geschäftsübernahme Gastronomie
Kurz erklärt: Bei einer Geschäftsübernahme gibt es verschiedene Optionen für Energieverträge: Übernahme vom Verkäufer, Übergang auf Sie oder Neuer Vertrag mit dem Versorger. Die richtige Wahl spart Geld und vermeidet rechtliche Probleme.
Warum ist das in der Gastronomie wichtig?
Viele Gastronomen übernehmen Restaurants im laufenden Betrieb. Die Energieversorgung läuft schon, Verträge bestehen. Aber: Wer „einfach weitermachen" lässt, riskiert Nachteile.
Einerseits können alte Verträge des Verkäufers ungünstig sein – zu teuer, lange Laufzeiten, ungünstige Bedingungen. Andererseits gibt es rechtliche Risiken: Haftung für Schulden des Vorgängers, Anmeldungspflichten bei den Energieversorgern und Behörden.
Eine klare Regelung in der Kaufvertrag ist entscheidend. Wer wann kündigt, wer zahlt alte Rechnungen, wie wird am Übergabetag abgerechnet – das muss schriftlich festgehalten sein.
Auch das Timing ist wichtig: Ein Wechsel zu besseren Tarifen kann bei richtigem Timing sofort Hunderte Euro pro Monat sparen.
Typische Fehler in Restaurants
Energie-Übergabe nicht regeln
Wer die Verträge nicht im Kaufvertrag regelt, riskiert, dass der Verkäufer nicht kündigt. Dann zahlen Sie plötzlich doppelt oder erben teure Verträge.
Alte Schulden ignorieren
Wenn der Verkäufer Energieschulden hat, können diese auf Sie übergehen. Eine schriftliche Abrechnung und Schuldenfreiheit im Übergabeprotokoll ist notwendig.
Versorger nicht informieren
Energieversorger müssen über den Betreiberwechsel informiert werden. Sonst läuft der Vertrag auf den alten Namen weiter und es entstehen Rechnungs- und Nachzahlungsprobleme.
Teure Verträge ungeprüft übernehmen
Nur weil ein Vertrag besteht, muss er nicht optimal sein. Viele Vorgänger-Verträge sind zu teuer. Neue Tarife können 30-50% weniger kosten.
Zählerstand nicht dokumentieren
Beim Übergabetermin muss ein Zählerstand aufgenommen werden. Ohne Dokumentation entstehen später Diskussionen über Verbrauch und Kosten.
Unser Tipp für Gastronomen
Kaufvertrag regelt Energie explizit: Vereinbaren Sie schriftlich, wer die Verträge kündigt, wann (meist 4 Wochen vor Übergabe), und wer alte Schulden bezahlt.
Verträge vor Übernahme einsehen: Fragen Sie den Verkäufer nach den aktuellen Strom- und Gasverträgen. Wie lange laufen sie noch? Was sind die Preise?
Versorger kontaktieren: Melden Sie sich beim aktuellen Versorger an und informieren Sie ihn über den Betreiberwechsel. Übergabeprotokoll mit Zählerstand aufnehmen.
Tarife sofort vergleichen: Nutzen Sie die Übernahme als Chance, bessere Tarife zu aktivieren. 1-2 Monate Übernahmezeit sind genug, um neue Verträge abzuschließen.
Abrechnung im Detail: Lassen Sie sich vom Verkäufer eine vollständige Abrechnung geben: Letzte Rechnung, ausstehende Zahlungen, Guthaben. Alles schriftlich.
Übergabeprotokoll erstellen: Am Übergabetag: Beide Zähler ablesen (Strom, Gas), dokumentieren, unterschreiben. Das schützt beide Seiten vor Missverständnissen.
gastroenergie stellt Informationen rund um Strom- und Gasversorgung in der Gastronomie in Deutschland bereit und unterstützt Betriebe bei der Einordnung ihrer Möglichkeiten.