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Energie-Checkliste für Gastronomiebetriebe

Diese Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch alle wichtigen Energie-Themen – von der Neueröffnung über Geschäftsübernahme bis zum laufenden Betrieb.

Phase 1: Vor Eröffnung / Übernahme

Mindestens 2-4 Wochen vor Eröffnung oder Übernahme

Energiebedarf ermitteln

Fragen Sie den Vormieter, Makler oder Vermieter nach den letzten Jahresverbrauchswerten für Strom und Gas. Falls nicht verfügbar, nutzen Sie Durchschnittswerte ähnlicher Betriebe.

Richtwerte: Kleines Café 5.000-15.000 kWh Strom / Restaurant 15.000-50.000 kWh Strom / Gas 5.000-100.000 kWh je nach Ausstattung

Zählerdaten beschaffen

Notieren Sie Zählernummern und Marktlokations-IDs für Strom und Gas. Diese stehen auf den alten Rechnungen oder direkt am Zähler. Machen Sie Fotos.

Wichtig: Ohne diese Daten kann kein Vertrag abgeschlossen werden.

Gewerbe-Tarife vergleichen

Vergleichen Sie nicht nur den Preis pro kWh, sondern auch Grundpreis, Vertragslaufzeit, Preisgarantie und Kündigungsfristen.

Tipp: Gewerbe-Tarife sind oft günstiger als Privattarife, selbst bei niedrigem Verbrauch.

Strom & Gas aktiv anmelden

Melden Sie Strom und Gas spätestens am Einzugstag an. Warten Sie nicht auf die Grundversorgung – die ist deutlich teurer.

Achtung: Grundversorgung kann 20-40% teurer sein!

Bei Übernahme: Nicht übernehmen

Übernehmen Sie nicht automatisch die Verträge des Vormieters. Oft gibt es bessere Angebote. Kündigen Sie die alten Verträge und schließen Sie neue ab.

Wichtig: Informieren Sie den alten Anbieter über den Wechsel.

Phase 2: Zum Start des Betriebs

In den ersten Wochen nach Eröffnung / Übernahme

Vertragsbestätigung prüfen

Sobald Sie die Vertragsbestätigung erhalten, prüfen Sie alle Details: Laufzeit, Preis, Kündigungsfrist, Preisgarantie. Heften Sie alles sicher ab.

Anfangszählerstand dokumentieren

Fotografieren Sie die Zählerstände am Tag der Eröffnung / Übernahme. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Zählerstand. Das schützt vor Nachforderungen.

Abschläge realistisch einstellen

Die Abschläge sollten zum erwarteten Verbrauch passen. Zu niedrige Abschläge führen zu hohen Nachzahlungen, zu hohe binden Kapital.

Tipp: Nach 3 Monaten Betrieb können Sie die Abschläge anpassen.

Kontaktdaten sichern

Speichern Sie die Telefonnummern und E-Mails von Energieanbieter und Netzbetreiber. Im Notfall (Ausfall, Störung) brauchen Sie diese schnell.

Energiesparen von Anfang an

Etablieren Sie von Beginn an energiesparende Gewohnheiten: LED-Beleuchtung, Kühltemperatur richtig einstellen, Geräte ausschalten statt Standby.

Phase 3: Laufender Betrieb

Regelmäßige Aufgaben während des Betriebs

Jährlicher Tarif-Check

Setzen Sie sich einmal pro Jahr (z.B. immer im Januar) einen festen Termin, um Ihre Energiekosten zu prüfen. Vergleichen Sie aktuelle Angebote.

Zeitaufwand: 30 Minuten können 1.000-5.000 Euro sparen.

Preiserhöhungen beachten

Wenn Ihr Anbieter die Preise erhöht, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Prüfen Sie sofort Alternativen und nutzen Sie dieses Recht.

Frist: Meist 2 Wochen nach Erhalt der Preiserhöhung.

Verbrauch monatlich kontrollieren

Notieren Sie einmal pro Monat die Zählerstände. So erkennen Sie frühzeitig, ob der Verbrauch normal ist oder ungewöhnlich steigt.

Nutzen: Defekte Geräte oder Fehler fallen sofort auf.

Energiespar-Maßnahmen umsetzen

Prüfen Sie regelmäßig: Sind alle Leuchtmittel auf LED? Ist die Kühltemperatur optimal? Laufen Geräte unnötig im Standby? Kleine Änderungen, große Wirkung.

Team sensibilisieren

Sprechen Sie mit Ihrem Team über Energiesparen. Licht aus, Türen zu, Geräte aus – wenn alle mitmachen, sinken die Kosten deutlich.

Jahresabrechnung prüfen

Wenn die Jahresabrechnung kommt, prüfen Sie alle Positionen. Stimmen Zählerstände, Verbrauch und Preise? Bei Unstimmigkeiten sofort reklamieren.

Frist: Reklamationen meist innerhalb 6 Wochen möglich.

Extra-Tipps für Profis

💡Smart Meter: Moderne Stromzähler ermöglichen detaillierte Verbrauchsanalysen. Nutzen Sie diese Daten zur Optimierung.

💡Lastspitzen vermeiden: Hohe Verbrauchsspitzen können bei manchen Gewerbe-Tarifen teurer sein. Verteilen Sie energie-intensive Tätigkeiten.

💡Förderprogramme: Prüfen Sie KfW- und BAFA-Förderprogramme für energieeffiziente Geräte und Sanierungen.

💡Energieaudit: Ab einem bestimmten Verbrauch kann ein professionelles Energieaudit Einsparpotenziale aufdecken.

gastroenergie stellt Informationen rund um Strom- und Gasversorgung in der Gastronomie in Deutschland bereit und unterstützt Betriebe bei der Einordnung ihrer Möglichkeiten.